Live: Christian Gibbs (USA) im Anlagencafé

04
Dec 2013
Wednesday

„I’m a folk singer“, singt Christian Gibbs auf „CT Backroads“, dem ersten Song seiner neuen Platte „Sleep the Machines“. Ein überraschendes Statment für jene, die von C. GIBBS vor allem den wuchtigen Rockkracher Medicine Bag kennen. Dabei ist der New Yorker nur eimal mehr dort angekommen, wohin er immer wieder zurückkehrt: zum Song.

C. GIBBS ist einer, der bei jedem seiner Konzerte ein bisschen stirbt. Natürlich kehrt er mit jedem Applaus zu den Lebenden zurück, unverletzt, erschöpft, wie nach einem gelungenen Stunt. Trotzdem scheint es fast unmöglich, mit einer solchen Intensität zu musizieren, ohne dabei jedes Mal ein Stück von sich selbst zu verlieren.

Nachdem Christian Gibbs 1989 als Gitarrist bei MODERN ENGLISH angeheuert hatte, verlor der junge Stürmer und Dränger aus San Diego bald schon die Lust, für die alternden New Wave Stars und einen MTV-Hit (I Melt With You) in die Saiten zu langen. Er schloss sich den New Yorker Industrial-Pionieren FOETUS an und gründete eine eigene Punkrock-Band, die MORNING GLORIES.

Ende der Neunzigerjahre stellte ein Auftritt im New Yorker CBGB’s die Weichen neu: Ein A&R-Scout begeisterte sich ob der ungestümen Energie und melodiösen Kraft des jungen Musikers. Kurz darauf unterschrieb Gibbs in Los Angeles einen Solo-Plattenvertrag bei Atlantic-Records. Auf das von Paul Fox (XTC, Björk, They Might Be Giants) wuchtig produzierte Pop-Epos “29 Over Me” folgte eine ausgedehnte US-Tournee. Noch im selben Jahr kündigte Atlantic den Vertrag: zu wenig kommerziell.

Was immer das Radio im kalifornischen Elternhaus der 70er spielte, es steckt in Christian Gibbs Musik. Eagles, Young, Dylan. Springsteen, Beach Boys, Diddley. Beatles, Olivia Newton John, Roky Erickson, Elton John. Es folgten Punk, dann Folk und Country als Soundtrack für die grossen Themen des Lebens: Verlust, Versuchung, Versöhnung. So ist jede seiner Platten ein neues Kapitel. “Parade of Small Horses” (2005) war eines der feinsten Americana-Alben des vergangenen Jahrzehnts, “29 Over Me” (1999) ein wuchtiger Ausflug in den Westcoast-Pop. “Capo My Heart And Other Bear Songs” (2008), hitverdächtig mit der Begleitband LUCINDA BLACK BEAR eingespielt, ist so schwerelos und melodieverrückt, dass Zeifel aufkommen, ob da der selbe Mann singt, der sich Anfang der Neunziger bei den furiosen MORNING GLORIES den Rock’n’Roll-Teufel von der Seele schrie.

MEDICINE BAG (2010) ist mitreissender Wohnzimmerstadionrock für Leute, die keinen Stadionrock mögen, eingespielt mit den New Yorker SchlagzeugerInnen Russell Simins (John Spencer Blues Explosion, Tom Waits) und Kristin Mueller (Lucinda Black Bear) und dem Schweizer Bassisten Frank Heer. Das Album knüpft an die Bruchstellen einer langen Karriere; an die offenen Wunden, das Unausgegorene, die Selbstzweifel und Selbstüberlistungen. 2011 folgte der lang ersehnte zweite Wurf von LUCINDA BLACK BEAR („Knives“) – ein versöhnliches, stürmisches Stück Popmusik mit flirrenden Gitarren und Streichern, das alle Register der melodischen Verführung zieht. 2013 erschien ein weiteres Solo-Album, SLEEP THE MACHINES, fast gänzlich akkustisch eingespielt. Hier und dort setzt sich der Pedal Steel Gitarrist von Willie Nelson oder die Kontrabassistin von Ryan Adams dazu. Welcome home!

“C. Gibbs is so talented that it’s frightening. His curly hair expands like a halo from his head and threatens to swallow you whole. His music is just as tangled and enveloping. He exudes music from his very pores, and his soulful voice comes from the deepest place. You may detect echoes of Elliott Smith, Neil Young, The Beatles but his vision is something uniquely his own. He creates timeless, transcendant music that embeds itself into your psyche.” – JG THIRLWELL of FOETUS

“The country brother of Tom Waits” – ROLLING STONE

“As his lyrics detail surreal and troubled visions, the music wanders amid countryish rock, cracked cabaret oompah and elaborate Beatles-flavored ballads” – NEW YORK TIMES

“Wahrlich eine Entdeckung!” BASLER ZEITUNG

“Medizin für die Ohren” – 78s

“Der Mann, der da mit hoher Stimme seine «Bärenlieder» singt, ist ein guter Führer durch eine vielschichtige Musiklandschaft” – TAGES-ANZEIGER

“Bärenstarke Sehnsuchtslieder” – DER BUND

“Rarely you hear songs that are this deep, this profound” – BILLBOARD

“C. Gibbs est un artiste qu’il n’est jamais trop tard pour découvrir.” LA LIBERTE

“The urge to hit repeat is far too hard to pass up.” Absolute Punk

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

No Comments

Schreibe einen Kommentar